Suchterkrankungen

Suchterkrankungen (Abhängigkeitserkrankungen) 

lassen sich grob in stoffgebundene und nicht-stoffgebundene(Verhaltenssüchte) einteilen:


1. Stoffgebundene Süchte

Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen:

  • Alkoholsucht (Alkoholabhängigkeit)
  • Nikotinabhängigkeit (Tabakprodukte, E-Zigaretten)
  • Cannabisabhängigkeit
  • Kokainabhängigkeit
  • Amphetamin- und Methamphetaminabhängigkeit
  • Opiat-/Opioidabhängigkeit (z. B. Heroin, Morphin, Fentanyl)
  • Benzodiazepin- und Schlaf-/Beruhigungsmittelabhängigkeit
  • Halluzinogene (z. B. LSD, Psilocybin – Abhängigkeit seltener, aber möglich)
  • Inhalanzien-Sucht (Lösungsmittel, Gase)
  • Koffeinabhängigkeit (selten klinisch relevant, aber anerkannt)


2. Nicht-stoffgebundene Süchte (Verhaltenssüchte)

Zwanghafte Verhaltensmuster mit suchtähnlichem Charakter:

  • Glücksspielsucht (pathologisches Spielen)
  • Internetsucht / Onlinesucht
  • Social-Media-Sucht
  • Computerspiel-/Gaming-Sucht (von WHO als Diagnose anerkannt)
  • Kaufsucht (Oniomanie)
  • Arbeitssucht (Workaholism)
  • Sportsucht
  • Sexsucht (Hypersexuelle Störung)
  • Essstörungen mit Suchtkomponente (z. B. Binge Eating, „Food Addiction“)


Gemeinsame Merkmale:

  • Kontrollverlust über Konsum oder Verhalten
  • Starkes Verlangen („Craving“)
  • Toleranzentwicklung (immer mehr nötig für gleiche Wirkung)
  • Entzugserscheinungen bei Reduktion/Abstinenz
  • Negative Auswirkungen auf Gesundheit, Beruf, Beziehungen

 


Gott hat den Menschen zur Freiheit geschaffen – nicht zur Abhängigkeit. 

Wer suchtkrank ist, erlebt nicht nur ein körperliches oder seelisches Leiden, sondern steht auch in einer geistlichen Prüfung: Die Sucht nimmt dem Menschen die Freiheit, das Gute zu wählen und Gott mit klarem Herzen zu dienen. Darum ruft Gott den Menschen heraus aus der Bindung an Suchtmittel – hinein in die wahre Freiheit, die nicht darin besteht, alles tun zu können, sondern das Richtige zu wollen und zu tun. Frei ist, wer fähig ist, sich selbst zu beherrschen und nach dem Willen Gottes zu leben. Der Weg aus der Sucht ist daher auch ein geistlicher Kampf – um die Rückkehr zur Würde, die Gott jedem Menschen zugedacht hat.

 

Der Teufel will dich durch Sucht knechten - Christus will dich frei machen

Die Sucht ist eine ernste Schwächung des freien Willens und der moralischen Urteilskraft. Man kann dem Kranken sagen: „Der Teufel will dich durch die Sucht knechten – Christus will dich frei machen.“

Die Süchtigen sollen aufgefordert werden, nicht sich selbst zu bemitleiden, sondern aufzustehen – im Vertrauen auf die übernatürliche Kraft der Gnade, die stärker ist als jede Bindung, wenn man sich dem Heiland öffnet.

 

Du kannst nicht allein frei werden – Christus muss dich befreien

Die blosse Willenskraft genügt nicht. Der Süchtige braucht vor allem:

  • die Beichte der begangen Sünden vor Gott (Katholiken beim Priester) – regelmässig, aufrichtig
  • die Kommunion – als göttliche Speise und Stärkung
  • tägliches Gebet – zum dreifaltigen Gott
  • ein Sühneleben, das dem Laster das Gegenteil entgegensetzt: Fasten, Opfer, Ordnung

 

Die Sucht ist ein geistlicher Kampf

Die Sucht ist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern ein geistlicher Kampf gegen das Fleisch, den Teufel und die Welt. Deshalb:

  • Meide alle Gelegenheiten zum Konsum von Alkohol und Drogen
  • Kämpfe gegen jede Versuchung durch Ablenkung, Beschäftigung und Gebet.
  • Bleibe nicht allein – suche Hilfe bei gläubigen Mitmenschen, nicht bei Psychologen, die Gott nicht kennen.
  • „Wenn du gefallen bist – stehe auf. Wenn du betest – wirst du siegen.“

 

Die Sucht ist keine Identität, sondern eine Versuchung

Ich kritisiere die moderne Tendenz, den Süchtigen nur als Opfer zu sehen. Ich sage zu Ihnen:

  • Du bist kein Gefangener deiner Vergangenheit.
  • Du bist kein psychologischer Fall, sondern ein Mensch mit ewiger Berufung.
  • Du darfst nicht resignieren, sondern musst kämpfen – mit Christus, in Christus, für Christus.

 

Der Weg zurück ist hart – aber er führt zum Himmel

Ich verspreche dem Süchtigen nicht, dass es leicht wird. Aber ich schenke Hoffnung:

„Auch der heilige Augustinus war ein Sklave seiner Leidenschaften – doch durch die Gnade wurde er ein Heiliger. Auch du kannst heilig werden – nicht trotz deiner Schwäche, sondern durch sie.“

 

Gebete der Kirche

Ich empfehle suchtkranken, suchenden oder leidenden Menschen nicht moderne Meditationstechniken oder psychologische Selbstsprüche, sondern die bewährten Gebete der Kirche – besonders solche, die zur Umkehr, zur Demut, zur Ausdauer im Kampf und zur Liebe zur Gottesmutter führen.


Hier sind Gebete, die ich empfehle – je nach geistlicher Lage:

 

1. Das tägliche Rosenkranzgebet

 

Der Rosenkranz ist die „Waffe der Gläubigen“ gegen die Irrtümer der Welt.

Ich empfehle, täglich mindestens einen Rosenkranz zu beten, gerade in der Versuchung oder im Rückfall.

Warum?

  • Der Rosenkranz verbindet den Sünder mit der Gottesmutter – der Zuflucht aller Schwachen.
  • Er führt durch die Betrachtung des Lebens Jesu zur Umkehr und zur Hoffnung.
  • Er hat durch die Geschichte hindurch Wunder der Heilung und der Befreiung gewirkt.

 

2. Gebet um Reinheit, Standhaftigkeit und Demut


Ich empfehle ein einfaches, demütiges Stossgebet:

 

„Jesus, Maria, Josef – helft mir, rein zu bleiben, treu zu bleiben, demütig zu bleiben.“

 

Oder:

 

„Herr, ich bin schwach – du aber bist stark. Gib mir Kraft, heute nicht zu fallen.“

 

3. Gebet zum heiligen Erzengel Michael


Ich betone stets die Realität des Teufels und der Versuchung. Daher empfehle ich, das Gebet zum hl. Michael oft zu beten – besonders bei Rückfallgefahr:

„Hl. Erzengel Michael,

verteidige uns im Kampfe!

Gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz.

‚Gott gebiete ihm!‘ so bitten wir flehentlich.

Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,

stoße den Satan und die anderen bösen Geister,

die zum Verderben der Seelen die Welt durchziehen,

durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle. Amen.“